
Rückenschmerzen in der Schwangerschaft – den Körper sanft begleiten
Dieses Thema habe ich in meinem Buch bereits beschrieben. Da ich es wichtig finde zu verstehen, was in der Schwangerschaft auf körperlicher Ebene passiert, habe ich diesen kurzen Blogbeitrag dazu verfasst. Hier soll es nun um Rückenschmerzen in der Schwangerschaft gehen.
Rückenschmerzen in der Schwangerschaft sind häufig und können durch die vielen körperlichen Veränderungen entstehen. Besonders typisch sind Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) und des Iliosakralgelenks (ISG). Die Schmerzen können dabei auch in das Gesäß oder die Rückseite der Beine ausstrahlen.
Eine wichtige Rolle spielen die hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft. Das Hormon Relaxin sorgt unter anderem dafür, dass Bänder und Bindegewebe elastischer werden. Das ist eine sinnvolle Vorbereitung auf die Geburt: Das Becken kann sich an die veränderten Anforderungen anpassen und sich während der Geburt entsprechend weiten, sodass das Baby hindurchtreten kann.
Die zunehmende Beweglichkeit der Gelenke kann gleichzeitig dazu führen, dass die Muskulatur mehr stabilisierende Arbeit leisten muss. Dadurch können Muskelverspannungen, Beschwerden im unteren Rücken oder am ISG und ein Gefühl von Instabilität entstehen. Auch Bewegungseinschränkungen oder Gelenkblockierungen können eine Rolle spielen.
Umso wichtiger ist es, den Körper in dieser Zeit gezielt zu unterstützen. Moderates und angepasstes Training kann helfen, Muskulatur und Stabilität zu erhalten. Gleichzeitig solltest du auf deine Körpersignale achten: Schmerzen sind ein Signal. Der Körper sagt dir, dass etwas gerade zu viel ist. Es geht nicht darum, sich möglichst wenig zu bewegen, sondern darum, die richtige Belastung für den eigenen Körper zu finden.
Bei bestehenden Beschwerden können Physiotherapie und Osteopathie eine sinnvolle Unterstützung sein.
In der Osteopathie können beispielsweise Spannungen in der Muskulatur reguliert und die Beweglichkeit unterschiedlichster Strukturen und der Gelenke unterstützt werden. Ebenso dient die Osteopathie dazu, die Selbstheilungskräfte anzuregen, sodass der Körper wieder sein Potenzial entfalten kann und sich selbst reguliert.
Physiotherapeutisch können individuelle Übungen zur Stabilisierung erarbeitet werden. Auch eine Kinesiotape-Anlage kann je nach Beschwerdebild für zusätzliche Unterstützung und Entlastung sorgen.
Wichtig ist, dasss du in dieser sensiblen Phase nichts ertragen sollst. Du darfst dir Hilfe suchen, um Linderung zu erfahren. Dein Körper leistet in dieser Zeit viel und freut sich über Unterstützung verschiedenster Form, um das Wunder der Schwangerschaft weiter vollbringen zu können.
Deshalb möchte ich dich hiermit ermutigen:
Schwangerschaft bedeutet Veränderung – und dein Körper darf dabei Unterstützung bekommen.
Bis bald, Liske
